„Die Vier, die sich daran beteiligen können, sind nicht mal mehr in der Gemeinde wohnhaft“

Ist der Reibach erst auf dem Konto, dann nichts wie weg aus dem Windkraftlärm...


Norddeutsche Rundschau

Wilstermarsch : Weichen für erweiterten Windpark Rotenmeer gestellt

von Sabine Kolz
25. April 2018

Quelle: https://www.shz.de/19673256 ©2018

In Dammfleth dürfen zwei neue Anlagen im Windpark Rotenmeer errichtet werden. Der Beschluss fiel nicht einstimmig.

[...]
Bürgermeister Delf Sievers erläuterte, dass es sich um zwei Standorte für Windenergieanlagen von 150 Metern Höhe handelt. Die Anlagen sollen mit fluggerechter Befeuerung ausgestattet werden. Während bei einer Anlage die vorgeschriebenen 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung eingehalten werden, handelt es sich bei der zweiten um nur 475 Meter Abstand.

Alles lesen:
https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/weichen-fuer-erweiterten-windpark-rotenmeer-gestellt-id19673256.html



Ist der Reibach erst auf dem Konto, dann nichts wie weg aus dem Windkraftlärm in eine ruhige, schöne und vor allem gesunde Region...

„Die Vier, die sich daran beteiligen können, sind nicht mal mehr in der Gemeinde wohnhaft“

Ein an sich bedenkenswertes Zitat aus einer Nachbargemeinde.
Erstaunlicherweise nehmen viele Bewohner der ländlichen Räume die Tatsache, dass fast jeder Windkraftprofiteur, vor allem Betreiber und Projektierer, aber auch mancher Landverpächter, das Weite sucht, sobald er es sich leisten kann, nicht wahr. Diejenigen, die als Anwohner sämtliche Lasten zu tragen haben bleiben zurück, weil sich die wenigsten von ihnen leisten können, Haus und Grundstück unter Wert zu verkaufen oder gar unverkäuflich zurückzulassen und damit gleichzeitig ihre Alterssicherung und Kreditwürdigkeit aufzugeben.

Aber die Gehirnwäsche von Politik und allen damit verbundenen Ideologen und Lobbyisten, mit Unterstützung der meisten Medien hat offenbar ganze Arbeit geleistet und den Windkraftanwohnern nachhaltig suggeriert, dass dies so sein muss: Wer reich genug ist, sich solche Beteiligungen an der Windkraftnutzung zu leisten, der darf auch wegziehen....

Ein Gemeindevertreter hat diese perfide Art, aus Profitgier verbrannte Erde zu hinterlassen, um dann zu verschwinden durchschaut und gegen die Genehmigung gestimmt,
Eine Gemeindeveretreterin stört sich dagegen an der Vernichtung von Wohnraum für die Windkraftnutzung.

In der Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande gab es vor Jahren, anläßlich der damaligen WK-Planungen mit Versuch, sechs Altanlagen zu repowern und die Windkraftnutzung auf 7 km² im Ortsteil  Hinter Neuendorf erheblich zu erweitern, einen ähnlichen Fall. Im Laufe einer öffentlichen Diskussion erfuhr ein Gemeindemitglied, dass die Betreiberin inzwischen weggezogen war.
Reaktion: "Wenn die H. gar nicht mehr in der Gemeinde neben ihren Windkraftanlagen lebt, dann bin ich jetzt auch gegen die neuen Anlagen."

Nach dem Motto, wenn sie uns den Lärm und die Schwingungen hier zumutet, soll sie gefälligst auch darunter leiden.
Weil offensichtlich mehr Betroffene von WEA entsprechend banal denken und argumentieren, haben sich viele WK-Betreiber Zweitwohnsitze zugelegt...

Aber es geht eben um noch viel mehr, als um soziale Gerechtigkeit. Gesundheit, eine intakte Natur und Artenvielfalt, eine schöne Landschaft mit Sichtachsen und Erholungswert, der Erhalt von Kultur- und Naturdenkmalen und der Wohnwerte machen die Lebensqualität der Landbewohner aus.
Und zu diesen gehören eben auch die große Zahl der Zugezogenen, die mit ihrem Engagement für die Bewahrung o.g. Werte und mit ihren Steuerzahlungen dafür sorgen, dass nicht alles für Profite einiger Weniger geopfert wird.
JR